Das Galerieprojekt TRAFO.1-3 möchte in seiner letzten Ausstellung des Jahres 2013 dieses so erfolgreiche Jahr mit einem besonderen Projekt beenden.

 

"100 Faces of Myanmar" ist der Titel einer Ausstellung mit Arbeiten des Leipziger Fotografen Michael Bader.

 

100 Gesichter von Menschen in Myanamar deren Lachen, Nachdenken, Weinen und Naivität das Bild eines Landes widerspiegeln, das uns noch recht fremd ist.

 

100 Gesichter die man nun in einem Fotobuch von Michael Bader anschauen kann.

 

100 Gesichter, die den Zustand, die Geschichte und die Hoffnungen eines Landes nach Frieden, Freiheit und das Recht auf Lieben und Leben spiegeln.

 

Der Erlös aus dem Verkauf des Buches geht zu 100% in den Bau von Schulen in Myanmar. Denn Bildung für Kinder ist die Saat dieser Hoffnung.

 

Der Verein KunstRegen will mit dieser Ausstellung seinen Anteil an der Unterstützung dieses Projekts leisten.

 

        Kommt zusammen! Am 15.12.2013 ist Gelegenheit zur Hilfe. 

 

Wir freuen uns auf Euch!

 

Michael Pommerening

Verein KunstRegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Affenzirkus so der Titel unserer Ausstellung mit Arbeiten des

Bildhauers Jörg Engelhardt.

 

Affen- wo begegnen die uns eigentlich heute noch?

 

Wirklich im Zirkus? – eher seltener. Im Zoo und Tierpark, ja dort drücken wir uns die Nasen platt und eigentlich doch nur um zu sehen, wie viel menschliches da vor unseren Augen rumalbert, rumtollt und rumspielt  -und die Welt auf dem engen Raum ihres Käfigs trotzdem jeden Tag neu entdecken will.

 

Und recht eigentlich staunen wir doch immer wieder, wie ähnlich unsere vermeintlichen Vorfahren uns doch wirklich noch sind. Am liebsten sehen wir, wenn sie sich am Po kratzen, Grimassen schneiden.. sich halt so richtig zum Affen machen.. dann klicken die Smartphones  und machen uns ein Bild von unserer eigenen humanen Vorvorzeit. Hightech trifft Steinzeit. Aber diese Zeit haben wir Menschen schon soooo lange hinter uns, sodass wir nur ab und daran erinnert werden müssen, wie alles so angefangen hat mit der Menschwerdung.

 

Und abgesehen von ein paar Ausnahmen oder Entgleisungen zur mitternächtlichen Stunde im bayrischen Wiesnzelt oder der mallorquinischen Schinkenstrasse benehmen wir ja doch ganz zivilisiert.

 

Manchmal muss der Affe auch in der vegetarischen Argumentationskette herhalten, wenn zu beweisen ist, dass man auch ganz ohne Fleisch 300 kg auf die Waage bringen kann und affenstark ist – wie z.b. der Oran Utan.

 

Stimmt zwar nicht ganz, denn hätte die Vorfahren dieser Gattung in ihrer primatösen Phantasie nicht das Feuer erfunden und sich so ihre Gemskeule gar gekocht, hätten wir heute keinen Gutenberg, Da Vinci und Einstein in der stolzen Ahnengalerie menschlicher Genialität.

 

Also bleibt uns beim bestaunen von Schimpi, Oran und Co. doch ein wenig die Bewunderung für Wesen, die, trotzdem uns die lange Kette der Evolution schon vor 20 Millionen Jahren getrennt hat, sich immer noch ihre fast kindliche Naivität und –Neugier erhalten haben und beim Bestaunen dieser Welt so gar nicht cool und affengeil sind.

 

Auch wir Menschen haben doch ab und an den Drang dem Affen zu richtig Zucker zu geben, einen Salto zu schlagen, dem fiesen Chef den Nackten zu zeigen…aber leider geht das nicht, wir müssen schön artig funktionieren, obwohl ja jeder die Freiheit hat zu tun und zu lassen was er will.  Mein Gott sind wir aber frei!

 

So frei, dass Börsianer in Schlips und Kragen nach ihrer revolutionären alternativen Phase an der Uni die Welt ohne Scham in die Krise stürzen, dass abgehört und abgelauscht wird, wilder und perfekter als jeder Geheimdienst des Ostens das konnte und uns von den  Plakaten des staatlichen Affenzirkus –oder auch Wahlzirkus genannt, sie uns ihre charmanten Versprechen auf Besserung verkaufen und später wieder zurücknehmen.

Gott lobe die Freiheit!

 

Dies alles lässt sich aber ertragen, weil es da ja auch die Kunst gibt.

Jörg Engelhardt hat diesen Menschenzirkus in seinen Affen versteckt, hat menschliche Schwächen und Entgleisungen in seiner Manege zusammengetrieben. Die Eitlen, die Chefs und Clowns, die Spaßmacher und Spielverderber….alle haben in seinem Affenzirkus Platz und ihre Dompteure gefunden.

 

Diesen seinen Affenzirkus erarbeitet sich Jörg Engelhardt in dem gleichen Atelier in dem auch der Hofbildhauer von Adolf dem Großen Weltverderber – Arno Breker mit Namen- damals seine Übermenschen gebastelt hat. Idealisiert, fehlerlos und makelfrei.

 

Deshalb sind die Affen von Jörg Engelhardt auch so erfrischend klein, tierisch lustig, mit Fehlern und Macken ausgestattet…wie wir Menschen.

 

Kunst kann das eben: über sich selber lachen, Fehler zeigen, den Phantasien Zucker geben als wären sie Affen.

Also hereinspaziert in den kleinsten Zirkus der Welt für ein paar Wochen zuhause in der kleinsten Galerie der Welt.

 

Manege frei.

Feuer frei!

 

 

 

Affenzirkus von Jörg Engelhardt

 

 

 

Clown WIDU

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken.

 

 

Alles was uns umgibt, die Realität, der Alltag, der uns einschließt und in Besitz nimmt, all das macht anscheinend  unser ganzes Leben aus.

 

Dieser Alltag beschäftigt uns, wie brauchen die Regeln der Realität, die Gesetze der Schwerkraft und der Natur, um unser Leben in planbaren und halbwegs geordneten Bahnen zu führen.

 

Aber jeder Mensch hat das Recht, ja förmlich die Sehnsucht, dieser Realität einmal am Tag, einmal im Jahr, vielleicht auch nur einmal im Leben zu entfliehen, um wieder ganz bei sich zu sein, seinen inneren Ruhepol zu suchen und zu finden.

 

Die garantiert drogenfreieste Art, dieser Realität zu entfliehen bietet uns die Kunst. Die Kunst schafft Welten, die keinen Gesetzen gehorchen müssen, keiner Statik unterliegen, ohne Schwerkraft auskommen.

 

In diesen nichtrealen, oder auch surrealen Welten, sollte sich der Mensch ausruhen, zu sich selber finden können, in dem er sich aus sich und seinen Alltagssorgen herausträumt in eine andere Wirklichkeit.

 

In diesen Welten können Fische fliegen, Körper schwerelos am Himmel treiben, haben Uhren Augen und Menschen laufen über Wasser.

 

In diese Welt der traumgleichen Wirklichkeit entführen uns die Bilder von Matthias Steier, die sie heute hier sehen können.

 

Er sieht die Welt mit seinen Augen und malt die Wirklichkeit kombiniert mit Erdachtem, Geträumtem, Ersehntem und Erlebtem. So erfindet der Maler seine eigene Wirklichkeit im Surrealen.

 

Es waren Träumer, die die Welt verändert haben. Sie haben in die Sterne geschaut, wie Kopernikus, sie haben  versuchte zu ergründen, warum es Wolken gibt, warum es regnet, warum Wasser fließt, warum es Wellen, Ebbe und Flut gibt und warum man Muscheln auf den Bergen fand, wie Leonardo da Vinci . Er konstruierte Boote und das erste U-Boot, baute hydraulische Anlagen zur Bewässerung und Kanalisation und das alles vor über 600 Jahren.

 

Träumer sind eigensinnige Kinder, stur und beharrlich. Mit ihrem gesunden Misstrauen, stellen sie die Welt auf den Kopf und in Frage.

 

Erfindungen gibt es, seit es Menschen gibt. Der Feuerstein der haarigen Urmenschen, das Trojanische Pferd, das Ei des Columbus, die Aquädukte des alten Rom, die Federschwingen des Ikarus, die Mumifizierungen der Ägypter.

 

Aber auch das Schnarch-Kopfkissen, den Bakterienschutz für Telefonhörer, Hundehalsband mit Bellbremse oder aber selbstjätender Rasen.

 

Fragen sie alle diese Menschen, warum sie etwas tun, worum sie keiner gebeten hat. Sie werden keine Antworten bekommen und nur wenn sie genau hinschauen, werden sie in den Augen dieser Phantasten und Träumer die Sehnsucht erkennen, ihrem Alltag zu entfliehen, ihre Träume zu leben, ihren Phantasie freien Lauf zu lassen.

 

Schauen sie genau hin. Auch bei den Bildern von Matthias Steier werden sie diese Sehnsucht erkennen, diesen Traum- mehr zu leben als nur die sichtbare Wirklichkeit.

 

Viele meinen: Kunst - wozu brauch ich die?

Ja, Kunst kann man nicht essen, nicht ausbeuten, nicht anbauen. Kunst ist was für Spinner sagen manche. Ja genau sag ich da, Kunst ist was für Spinner…aber eben diese Spinner sind es, die eine unendliche Sehnsucht nach Leben in sich spüren, die neugierig sind auf alles Unentdeckte, Unerforschte, Unbekannte.

 

Einer der ganz großen Träumer hat einmal in einem Lied gesagt:

 

You may say I'm a dreamer 
But I'm not the only one 
I hope someday you will join us 

And the world will be as one ….

 

Dieser Träumer war John Lennon.

 

Er war ein Rebell, wollte die Welt nicht nehmen wie sie ist.

Er hat seinen Traum mit dem Leben bezahlt.

 

Schauen sie genau hin, bei den Bildern vom Matthias Steier.

Vielleicht entdecken sie in ihnen auch einen kleinen Traum von sich selbst.

 

Und ich sage: Auf zur Revolte, zur Rebellion der Träumer….auch hier am Feldrain geht das…… in ihren Köpfen.

 

Trauen Sie sich- trauen wir uns.

 

Feuer frei!

 

 

Michael Pommerening, Juli 2013

 

 

 

Matthias Steier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benjamin Ortleb

 

 

 

 

 

Gedanken zu Bildern

Musik und Tanz - so sagt man, sind die ältesten Verständigungsformen der Menschen untereinander. Wo man singt da lass dich ruhig nieder – hat als Sinnbild schon seine Bedeutung und das schon seit den Urformen der Menschwerdung. Im Kreis rund um das Feuer saßen die Menschen bereis in der Urgesellschaft, begrüßten ihre Gäste und Jagdgenossen, oft auch ihre Feinde, sangen und tanzten…und bissen kräftig ins Mammutsteak.

 

Musik ist ein elementares Bedürfnis der Menschen. Wo lassen sich Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen besser ausdrücken als in der Musik.

 

Die ersten Musikinstrumente sind vor rund 35.000 Jahren datiert und waren Knochenflöten.

 

Musik trägt den Gedanken von Liebe, Glück und unendlichen Visionen um die Welt. Immer wieder fügt sich Klang an Klang, Note an Note und erzeugt so Harmonien, die auf der ganzen Welt verstanden werden. Eine universelle Sprache jenseits von Mißverständnissen, wenn auch hier und da von Mißtönen aus der Ordnung gebracht.

 

Aber erst mit der technischen Reproduzierbarkeit von Musik begann diese ihren Einzug in die private Sphäre der Menschen, denn 1898 war es der Unternehmer Emil Berliner, die die Schellackplatte erfand.

 

Diese schwarze Scheibe machte es möglich Musik immer wieder zu hören, auf der Couch, dem Sofa und im Freien.

 

In den 30er Jahren des vorh. Jahrhunderts dann kam das Vinyl, die schwarzen magischen Scheiben waren aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

 

Und auch die Coverhüllen wurden allmählich zu Kunstwerken, ob eigenständig oder nur die Musik interpretierend waren der künstlerischen Phantasie keine Grenzen gesetzt. Besonders in der Rockmusik kamen die Picture Disc auf den Markt, limitiert und sich als eigenes Bildwerk verstehend, fanden diese bunten Scheiben besonders anspruchsvolle Käufer.

 

Benjamin Ortleb, von dessen Arbeiten wir heute hier nur einen kleinen Ausschnitt sehen werden, hat nun seinen musikalischen Helden der Rock- und Jazzmusik ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. Auf Vinyl oder Schellack hat er durch das Auftragen von Farben, das Verwischen dieser und das Einarbeiten von Flächen und Formen, Porträts von Musikern sichtbar gemacht, die für seine persönliche Entwicklung als Künstler wichtig waren. Ob Jazzlegenden wie Miles Davis oder John Coltrane, ober Psycedallic Rockpoeten wie Jim Morrison von den Doors oder der Reggae-Voodoo- Zauberer  Bob Marley, sie alle nun schauen uns aus den schwarzen Scheiben entgegen, die sie auf dieses schwarze Vinyl gepresst zu Helden hat werden lassen. Jene sich drehenden Zauberscheiben habe Musik millionenfach um den Erdball getragen und mit ihren unverkennbaren Grooves für immer unsterblich gemacht.

 

Musik als Kunstform will aber nicht einlullern, die Welt idealisieren, oft bis an die Schmerzgrenze verklären. Wie das geht können wir ja jeden Samstag Abend pünktlich zur Haupsendezeit auf den öffentlich-rechtlichen TV Kanälen sehen.

 

Nein Musik soll auch anecken, aufreizen, provozieren, bewegen, protestieren. Ob Jazz, Rock, Punk oder Techno….Musik war und ist für die Jugend der Ausdruck eines tiefen und echten Lebensgefühls, hat viele von uns ein großes Wegstück begleitet, manchmal auch in die Irre geführt, aber immer doch bewegt.

 

Ob Bob Dylan, die Stones oder Janis Joplin…sie alle sind und waren Helden einer Zeit, in deren Verlauf wir unseren Weg noch gesucht haben, einer Zeit als das Leben noch keine Aneianderreihung von Alltag und Gewohnheiten war, sonder die tägliche Entdeckung eines Wunders, das Leben heißt.

 

Lassen sie uns diese Helden lebendig halten….in unseren Herzen, in der Musik.

 

Too old to Rock`n Roll – too young to die ?

 

Nein möchte ich rufen, solange die Helden in deiner Seele lebendig sind, solange lebst auch Du.

 

Schauen sie gemeinsam mit mir in die Heldenarena von Benjamin Ortleb.

 

I can’t get no Satisfaction!

 

Tür auf für die Zauberklänge von und mit dem Maestro himself.

 

Michael Pommerening

im Juni 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - so

 

heißt es. Zwischen Sprechen und Zeigen,

 

zwischen Bild und Text verläuft eine Grenze,

 

die die besondere Spannung unserer Kultur,

 

unseres Lebens ausmacht.

 

 

Der Macht der Bilder steht die Macht der

 

Sprache gegenüber.

 

 

Und doch erschaffen Formen und Farben

 

soviel Kombinationen und Deutungen, wie sie

 

Worte, trotz vieler ihr innewohnender

 

Mißverständnisse- nicht schaffen können  und

 

müssen.

 

Sprache, die wohlüberlegte oder konfuse

 

Aneinanderreihung von Buchstaben, Silben

 

und Worten will Klares, Genaues, Präzises

 

ausdrücken, will Befehle, Wünsche oder

 

Feststellungen eindeutig manifestieren, im

 

Idealfall ohne weitere Auslegungen.

 

 

Formen und Farben erzeugen im Betrachter

 

hingegen Gefühle, Phantasien oft auch

 

Träume die so Vielfältig sind wie die

 

Deutungen. Hier ist Rot etwa die Liebe oder

 

das Blut, Grün das Leben, die Hoffnung,

 

Schwarz die Trauer, Blau die Freiheit oder

 

Unendlichkeit. Ein Kreis ist die Harmonie, ein

 

Quadrat steht für Ordnung und Punkte

 

eventuell für Fragen.

 

 

 

Wie gute Musik so komponieren Farben und

 

Formen auch Phantasien und Visionen, lassen

 

sich nicht in Deutungskonzepte pressen.

 

 

 

Und brauchen wir in einer Zeit des rationalen

 

oft kalt wirkenden Alltags nicht genau diese

 

Bewegungsmöglichkeit unserer Gedanken und

 

Gefühle?  Wer wenn nicht die Kunst gibt uns

 

hierfür Hoffnung und Kraft dafür.

 

 

In den Arbeiten von Erika Stürmer-Alex, aus

 

deren schier unerschöpflichem Schaffen Sie

 

heute einen winzigen Ausschnitt sehen,

 

kommt genau dieser Prozess der

 

Neuanordnung von Erlebtem und Gesehenem

 

in seiner ganzen künstlerischen Vielfalt ans

 

Licht.

 

 

Der Geist einer Sprache offenbart sich am

 

deutlichsten in ihren

 

unübersetzbaren Worten- sagte einst eine

 

bedeutende Dichterin.

 

 

So sehe ich die Kunst von Erika Stürmer Alex

 

auch.

 

Ihre Bilder, Figuren und Collagen sind nicht

 

einfach zu übersetzten, verlangen von uns

 

das Abtauchen in die Tiefen der sinnlichen

 

Empfindung. Um die Realität 1:1 zu kopieren,

 

wurde die Fotografie erfunden, um diese

 

Realität aber mit den Augen eines

 

neugierigen empfindsamen Betrachters zu

 

sehen, gibt es Künstler/innen wie Erika

 

Stürmer Alex. Bei ihr ist ein Wald eben nicht

 

das Abbild von Birke, Tanne und Fichte,

 

sondern ein Farbenspiel von Linien, welches

 

sich uns erst offenbart, wenn wir etwa beim

 

Betrachten einer sonnendurchfluteten

 

Lichtung die Augen zusammenkneifen müssen

 

und  sich die Wald nicht mehr in klaren

 

Formen zeigt, sondern zu einem einzigen

 

Lichtspiel verschwimmt.

 

Auf der Welt werden heute ca. 6500

 

Einzelsprachen gezählt. Das scheint viel. Die

 

Ausdrucksformen der Kunst hingegen sind

 

unbegrenzt unendlich. Gerade so unendlich

 

wie die Sinne der Menschen die ihre Welt

 

jeden Tag neu entdecken.

 

 

Und das ist gut so.

 

 

Die heutige Warenwelt braucht trotz

 

Vortäuschung von Individualität, den

 

normierten Menschen, den Käufer dessen

 

Bedürfnissen durch ein ausgeklügeltes

 

demagogisches Machwerk aus Werbung,

 

verlogenen Versprechungen und Lockstoffen

 

immer wieder neue Traumziele vorgegaukelt

 

werden. Hier steht das Geld, der Gewinn im

 

Mittelpunkt.

 

Die Kunst hingegen hat die Macht, die

 

Individualität eines jeden Einzelnen, seine nur

 

ihm eigene Fantasie und Vielfalt zu fördern

 

und ihn bei diesem Weg zu begleiten und Mut

 

zu machen eigene Wege zu gehen, neben der

 

normierten Spur einer Konsum-Herde. Hier

 

steht der Mensch im Mittelpunkt.

 

 

Die Welt der Gleichen, der Schafherden, der

 

Käufer und Konsumenten ist nicht wirklich

 

menschlich, die Kunst hingegen sehr.

 

 

Also folgen sie Erika Stürmer Alex ein kleines

 

Stück auf ihrem Weg heraus aus der

 

Eintönigkeit und verlogenen quietschbunten,

 

geilen Geizwelt des Konsums, in eine Welt

 

der Fantasie und Unabhängigkeit.

 

 

Proben Sie den Widerstand.

 

 

Nur Mut!

 

Michael Pommerening

Regenmantel, 20.4.2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Worte.Gedanken.



Ich begrüße Sie heute zur ersten Ausstellung im Jahr 2013 und lade Sie ein, abzutauchen in das wohl kleinste Universum Brandenburgs und vielleicht auch der Welt.

 

Die bescheidene Halle hinter mir gibt Ihnen ab heute einen  kleinen Einblick in die große Welt des Theaters.

 

Wir zeigen Arbeiten der Bühnen- und Kostümbildnerin Sabine Pommerening von einer Inszenierung am Theater Neustrelitz. Dort entwarf sie Bühnenraum und Kostüm zu einem besonderen Stück von einem ganz außergewöhnlichen Autor.

 

Dieser Autor war unter anderem auch Flieger und musste 1935 in der Wüste Sahara notlanden. In den fünf Tagen, die bis zu seiner Rettung vergingen, schwebte er nach eigenen Angaben zwischen Leben und Tod und fühlte sich "verlassener als ein Schiffbrüchiger auf einem Floß mitten im Ozean". Ganz allein und den Tod vor Augen hört er plötzlich eine kleine Stimme, die zu ihm sprach: "Bitte ... zeichne mir ein Schaf!"

 

So beginnt die vielleicht herzergreifendste Erzählung, die je geschrieben wurde und deren Autor und Held über den Tod hinaus

etwas verbindet: Ihre körperlichen Hüllen wurden nie gefunden. 

 

Die Rede ist von Antoine de Saint-Exupéry und seiner Erzählung „Der kleine Prinz“.

Neben dem Koran und der Bibel angeblich das am meist gelesene Buch der Welt.

 

Der kleine Prinz erzählt von menschlichem Suchen und Sehnen und in poetischer Weisheit von der Vergänglichkeit von Liebe und Schmerz ohne die diese nicht zu haben ist.

 

Der kleine Prinz reist im Universum umher auf der Suche nach Freunden. Auf dieser Suche trifft er eine Reihe von einsamen Menschen:

 

einen König, der ein fiktives Reich beherrscht und für den der kleine Prinz nur ein Untertan ist,

einen Eitlen, der ihn als Bewunderer sieht,

einen Alkoholiker, der trinkt, um seine Trunksucht zu vergessen,

einen Geschäftsmann, der behauptet, die Sterne zu besitzen, einen pflichtbewussten Laternenanzünder und

einen Geografen, der riesige Wälzer schreibt, in denen jedoch zum Kummer des Prinzen die wichtigen Dinge des Lebens nicht beschrieben werden.

 

Auf einem dieser Asteroiden trifft der kleine Prinz bei seiner Suche auch einen Fuchs:

 

Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen

 

lange an: "Bitte, zähme mich!", sagte er.

 

"Ich möchte wohl", antwortete der kleine Prinz,

 

"aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde

 

finden und viele Dinge kennen lernen."

 

"Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte

 

der Fuchs. "Die Menschen haben keine Zeit mehr

 

, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich

 

alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine

 

Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine

 

Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so

 

zähme mich."

 

"Was muss ich da tun?", sagte der kleine Prinz.

 

"Du musst sehr geduldig sein", antwortete der

 

Fuchs. "Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von

 

mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus

 

dem Augenwinkel, anschauen und du wirst nichts

 

sagen. Die Sprache ist die Quelle der

 

Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich

 

ein bisschen näher setzen können ...

 

Sabine Pommerening war sehr geduldig und hat

 

die Poesie des Theaters für sich entdeckt. Sie hat

 

erkannt, dass Theater nichts starres ist, sondern

 

sich immer die Frage gefallen lassen muss:

 

Warum spiele ich dieses Stück heute und jetzt?

 

Sie liebt alle ihre Figuren als wären es ihre

 

Kinder. Sie legt diese Liebe in ihre Arbeit,

 

durchdringt selbst die finstersten Charaktere und

 

gibt ihnen die Chance die Herzen der Zuschauer

 

zu bewegen.

 

Theater ist die Kunst Geschichten zu erzählen, wie

 

sie so vielleicht nie passiert sind, aber täglich

 

Realität werden können.

 

Theater stellt bloß, überhöht, provoziert, hat das

 

Lachen und das Weinen, das Salz des Lebens eben

 

auf seiner Seite.

 

Jeder, der in diese Welt der Figuren, Phantasien

 

und Bilder eintaucht, wird erkennen, dass

 

das Theater lebt, schon mehr als 2500 Jahre und

 

es weiter lebt, wenn es nur immer wieder von

 

diesem Leben, der Liebe und Leidenschaft, dem

 

Werden und Vergehen und auch den Träumen der

 

großen und kleinen Prinzen erzählt.

 

Und so ist die Botschaft des kleinen Prinzen

 

aktuell und auch für das Theater der Sinn seines

 

Daseins: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das

 

Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

 

 

Und also bitte ich Sie: Macht Augen auf, die

 

Herzen weit im kleinsten Universum

 

Brandenburgs.

 

Vielen Dank.

 

Michael Pommerening

2.3.2013  Regenmantel

 

 

 

 

 

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© Michael Pommerening KunstRegen2014