Die Hoffnung ist ein zartes Band in diesen Tagen. Ein Virus hält die Menschen in Atem. Das Virus heisst Krieg. Ein Virus, das uns zeigt wie zerbrechlich Wohlstand und Zufriedenheit sind. Unser Leben baut auf dem Prinzip Hoffnung auf. Wir hoffen auf Gesundheit, Frieden, Harmonie und auf einen kleinen Teil vom Glück des Lebens. Letztlich ist diese Sehnsucht nach Harmonie auch die Suche nach dem Sinn des Lebens. Und diese Frage beschäftigt uns um so mehr, als unsere ganz direkten Lebensumstände bedrohlicher werden. Wenn da etwas aus dem scheinbaren Gleichgewicht kommt, wenn die so mühsam zusammengehaltene Harmonie zu wanken scheint.

 

Viele Menschen sind verwirrt und wissen keine Antwort auf diese Fragen. Sie leben im Zustand der Angst. Wird diese Angst konkreter, so wird daraus Furcht. Und Furcht lähmt, nimmt uns den Atem und raubt uns genau das, was wir zum Leben brauchen:

 

Die Hoffnung.

 

Und die Geschichten, die von dieser Hoffnung erzählen. Denn wir brauchen diese Geschichten und Märchen, auch weil sie ein Stück von uns sind, weil sie vom Leben erzählen, von Helden und Abgehängten, von Mutigen und Ängstlichen, von Herzlosen und denen, die Liebe und Trost schenken.

 

Und genau in dieser Situation brauchen wir ein Licht am Horizont. Keine Pillen, keine Drogen, keine Verschwörungsphantasten und auch keine falschen Götter. Die Menschen brauchen dieses heilsame, irdische Wundermittel, durch das sie erst zum Menschen geworden sind. Damit haben sie in rauen Urzeiten gelernt zu überleben, damit haben sie Familien gegründet, Städte gebaut, geforscht und verändert:

 

Solidarität heißt dieses Prinzip Hoffnung.

 

Nur wenn wir gemeinsam, abseits von Hautfarbe, Religion und sozialer Herkunft gemeinsam und solidarisch den Wirren dieser Zeit entgegentreten, werden wir auch diese Probleme gemeinsam lösen. Mit Gewalt, Hass und mit Zynismus, dieser lässigen Art, sich die Welt durch Abwertung vom Leibe zu halten, werden wir nicht durch diese Krise kommen.

 

Kunst ist ein Lebensmittel. Kunst kann helfen durch Phantasie Hoffnung zu geben. Nur wer Träume hat, kann in dieser Welt Bäume pflanzen und Häuser bauen, Kinder auf ihren Weg ins Leben begleiten und ihnen Werte aufzeigen, die helfen zu erkennen was die Welt im Inneren zusammenhält. Nicht der alte weiße Mann trägt die Last der Schuld, sondern wir alle gemeinsam mit unseren Fehlern und Irrwegen auf der Suche nach dem Sinne des Lebens. Vom Ich zum Wir geht der Weg, nicht umgekehrt.

 

Kunst will diese Brücken bauen, die uns helfen diesen Weg zu finden. Kunst gibt uns den Mut, die Phantasie und die Liebe diesen Weg auch zu gehen. Sie ist immer da und lässt sich nicht einsperren, nicht verbieten und nicht von falschen Propheten verteufeln.

 

Begeben wir uns auf diesen Weg der Hoffnung in diesem Neuen Jahr 2022.        

 

Gemeinsam und solidarisch.

Bleibt neugierig, bleibt hoffnungsvoll, bleibt gesund.

Und bleibt dem TRAFO treu!

 

(M.Pommerening, April 2022)

 

rbb Radio Kultur.   5.5.2022

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© Michael Pommerening KunstRegen 2019